Polarity im Wandel

von Sonja Wode
Wenn ich heute zurückblicke ist es als hätte sich meine Polarity Arbeit mit mir mit verwandelt und weiterentwickelt.


Muskeln, Knochen, Bandscheiben
Hier meine kurze Rückschau: als „Polarity-Greenhorn“ (jedenfalls fühlte ich mich so) habe ich mich mit einer Massage- und Polarity Praxis selbständig gemacht, inzwischen ist das 12 Jahre her. Jede Polarity Behandlung war ein Erlebnis vor dem mir immer ein wenig mulmig war – „mache ich auch alles richtig??!“ Viel habe ich gesehen und lernen dürfen – „in der Schule des Lebens gibt es keine Ferien“ immer war ich gefordert. Rückblickend gab es verschiedene „Epochen“ in meiner Polarity Arbeit. Da war zunächst die Zeit die sich um Statik, Muskeln, Knochen, Bandscheiben und „Hexenschüsse“ drehte. Das ging so etwa drei Jahre. Dann eine Epoche mit vielen Musikern und Haltungsthemen. Mindestens genauso spannend. Die Füße haben sich in jener Zeit auch verstärkt gemeldet – was würde ich nur die ganze Zeit über tun, wenn mir die Füße nicht immer wieder verraten würden, wo im Körper gerade Not am Mann oder Not an der Frau ist? Ich wäre ungelogen in meiner Praxisarbeit ziemlich aufgeschmissen, wenn die Menschen ohne Füße zu mir in die Praxis kämen!


Respekt vor inneren Organen
Ich erinnere mich noch gut wie viel Respekt ich zu jener Zeit vor der Arbeit mit inneren Organen hatte; wenn ich wusste es kommt jemand mit dem Thema Infarkt-Nachbetreuung, dann habe ich mir schon vorher den Kopf zerbrochen, was ich mit ihm tun kann, ohne etwas „kaputt“ zu machen... Aber wie heißt es so schön? Wo Deine größte „Angst“ sitzt, da steckt das größtmögliche Wachstum und Entfaltungspotential drin. Also, es kam wie es kommen musste. Musiker, Haltung und Füße wurden abgelöst von einer „Ära“ der inneren Organe. Wer auch zu mir kam, da meldeten sich am laufenden Band die „Eingeweide“, die Organe lachten mich nur so an und es war als riefen sie mir zu: „Hierher!, zu mir, hier ist es nötig“. Hier ein Reizhusten, dem im Brustkorb nicht zu helfen war und der sich nur über den Dünndarm besänftigen ließ (heute weiß ich, dass das einen Zusammenhang über die Embryologie hat) – dort ein unruhig schlagendes Herz, welches nur über das Zwerchfell und die nette Nachbarschaft und Zusammenarbeit mit der Bauchspeicheldrüse zur Ruhe kommt – dann ein „schlafender“ Dünn- und Dickdarm plus Hämorrhoiden-Symptomatik ... so ging es in einem fort. Irgendwie war die Zeit reif, in diese Schicht einzutauchen. Ja, aber auch die inneren Organe sind nicht das Ende der Fahnenstange.


Schwangerschaft und Geburt
Die nächste Überraschung waren Geburtsarbeit – vorgeburtliche Zeit und der Kontakt zu unseren Wurzeln, unseren mitgebrachten Fähigkeiten und zu unserer Lebensaufgabe. Uns in den Dienst der Schöpfung zu stellen mit Kraft und Freude. Parallel dazu kamen meine eigenen Kinder auf die Welt und Kinderbehandlungen, Säuglinge, Zahnfehlstellungen und alles was dazu gehört gingen ein und aus. Zähne und ihren Bezug zum gesamten Körper bei Kindern begleitend behandeln zu dürfen ist für mich heute ein großes Geschenk. Das alles gefolgt von Embryologie die mir schlussendlich so manchen genialen Zusammenhang der inneren Organe vor Augen führte. Ja, das Leben ist voller Überraschungen und das ist gut so.


Kurse und Unterricht
Inzwischen drängt es mich, die Arbeit mit den inneren Organen für Polarity Praktizierende und Craniosacraltherapeuten weiterzugeben. Was hätte ich damals darum gegeben, das alles mal offiziell zu lernen oder in einem Buch bestätigt zu sehen, was mir in der „freien Wildbahn“ von Polarity Behandlungen über den Weg gelaufen ist. Jeder Patient hat mir ein wenig Neues offenbart – alles zusammen ergibt ein spannendes Puzzle, so spannend wie das Leben selbst – und bunt vor allen Dingen.


Die Autorin

Sonja Wode ist diplomierte Polarity- und Craniosacral-Therapeutin mit eigener Praxis in Freiburg.